Crowdinvesting

Bei der Finanzierung vom Immobilien in Mecklenburg-Vorpommern können in der Regel günstige Bankkredite in Anspruch genommen werden: Die Immobilie schafft einen entsprechenden Gegenwert und sichert das Darlehen somit ab. Bei größeren Bauvorhaben zeigen sich die Kreditinstitute hingegen nicht selten etwas zögerlich: Denn hier muss durch einen Business-Plan glaubhaft gemacht werden, dass ein Verkauf oder eine Vermietung von Geschäftsräumen auch tatsächlich gelingt. Mit dem Crowdinvesting können Bauträger weitere Kapitalgeber erreichen.

Crowdinvesting: Rendite steht im Vordergrund

Doch was ist unter Crowdinvesting zu verstehen? Anders als beim Crowdfunding handelt es sich beim Crowdinvesting nicht um eine Spende, für die es keine oder nur eine geringe Gegenleistung gibt. Eine wichtige Gemeinsamkeit bleibt aber: Die „Crowd“, zu Deutsch bedeutet dies so viel wie „Menschenmenge“, finanziert als Zusammenschluss von vielen Kleinanlegern ein größeres Projekt. Wer von dem Bau einer Immobilie keine Bank überzeugen konnte, muss auf die Suche nach privaten Großinvestoren gehen. Doch die bewerten Bauvorhaben üblicherweise nach ähnlich strengen Regeln wie die Geldhäuser. Kann nicht durch eine Studie nachgewiesen werden, dass es sich um eine lukrative Investition handelt, wird ein Immobilien-Darlehen verweigert. Selbst wenn der Bankkredit zur Verfügung steht, können steigende Baukosten für einen erhöhten Finanzbedarf sorgen.

Geringe Mindesteinlage

Beim Crowdinvesting müssen keine Banken oder Versicherungen von dem Projekt überzeugt werden, sondern Kleinanleger. Mit Beträgen ab 500 Euro haben sie die Chance, Teilhaber zu werden. Eine solche Investition war bisher nicht möglich; größere Prestigeprojekte waren nur finanzstarken Investoren vorbehalten. Auf Anlegerseite gibt es sowohl Chancen wie auch Risiken. Erfahrungsgemäß ist die Rendite bei größeren Bauprojekten hoch; Anbieter wie Exporo zahlen bei einigen Bauvorhaben Rendite von mehr als fünf Prozent bei einer Laufzeit von nur zwei Jahren. Wer diese Verzinsung mit aktuellen Festgeld- oder gar Tagesgeldangeboten vergleicht, erkennt den Vorteil zu Gunsten des Crowdinvestings ganz eindeutig. Allerding soll hier auch das Risiko nicht außer Acht gelassen werden. Anders als bei Investmentfonds und anderen Anlageprodukten werden die Investitionen nicht breit gestreut, sondern beschränken sich auf ein ganz konkretes Projekt. Ob die Renditeversprechen eingehalten werden, hängt dann vom Erfolg des Bauvorhabens ab. Fachleute raten, nur Geld zu investieren, wenn der Verlust verschmerzbar ist. Denn kommt es zu einer Insolvenz, droht ein jahrelanges Tauziehen um die Rückzahlung – sofern das notwendige Kapital überhaupt vorhanden ist.

Investorensuche erfordert Transparenz

Für den Bauträger besteht eine Herausforderung darin, dass die Kleininvestoren überzeugt werden müssen – was nur durch eine Offenlegung des Bauvorhabens realisiert werden kann. Zudem ist unklar, in wie weit die Geldgeber versuchen werden, Einfluss zu nehmen. In jedem Fall zeigt sich mit dem Crowdinvesting aber eine interessante Alternative zu konventionellen Finanzprodukten. Immer mehr Portale vermitteln dabei Geldgeber und Bauträger – und ermöglichen dabei direkte Investitionen, ganz ohne teure Banken oder Finanzdienstleister.