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Ratgeber Vermieter

Ratgeber: Was Mieter und Vermieter wissen sollten


Veröffentlicht am 30.08.2013 von | Mehr Informationen zur Redaktion


Was Mieter und Vermieter wissen sollten

Seit dem 1. Juli gelten veränderte Regelungen zu den Riester-Verträgen. Die Guthaben lassen sich flexibler nutzen.

Auch weil für viele Deutsche Wohneigentum die bevorzugte Form der Altersvorsorge ist, schloss der Gesetzgeber 2008 den Erwerb von Immobilien in die Riester-Förderung mit ein. Seitdem ist es auch möglich, bei Haus- oder Wohnungsbau von staatlichen Zulagen zu profitieren. Dabei kommen abhängig von der individuellen Situation verschiedene Modelle in Frage.

Riestern für Immobilienfinanzierung

So ist es beispielsweise möglich, bis zu hundert Prozent des steuerlich geförderten, angesparten Kapitals für Immobilienkauf oder -bau zu verwenden – ohne dass eine Rückzahlungspflicht für den entnommenen Betrag besteht.

Auch Aufwendungen zum Beispiel zur Darlehenstilgung oder für die Anschaffung einer Wohnung wie Beiträge zu einem Riester-Sparvertrag gefördert. Um Eigenkapital eignete sich ein staatlicher Bausparvertrag, was neben Rentenversicherung, Bank- und Fondssparplan eine weitere Möglichkeit des Riester-Sparens darstellt.

Ein Spezialist allerdings erklärt, dass sich Riester-Bausparverträge nur lohnen würden, wenn man nach der Sparphase das Darlehen auch abrufe. Falls man sich zwischendurch jedoch gegen das Bauen entschieden habe, erhalte man ein schlecht verzinstes Guthaben und wäre besser bedient gewesen, wenn man sein Geld in einen Banksparplan gesteckt hätte.

Was mit bereits angespartem Guthaben geschieht

Wenn bereits geriestert wird, kann das angesparte Geld als Eigenkapital eingesetzt oder damit ein Baudarlehen getilgt werden, wobei allerdings die Kündigungsfrist einkalkuliert werden müsse, rät Niels Nauhauser, Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die normalerweise drei Monate zum Quartalsende betrage, kürzere Fristen seien eher nicht üblich und müssten individuell abgesprochen werden. Bei Wohn-Riester-Verträgen gibt Staat jährlich 154 € dazu, vorausgesetzt allerdings, der Sparer zahlt jährlich mindestens vier Prozent seines Bruttoeinkommens ein – bis höchstens 2100 Euro. Kinder bringen noch mal extra Boni.

Auch die Regelungen zu Wohn-Riester-Guthaben haben sich mit dem 1. Juli geändert. Was das im Einzelfall bedeutet, kann beispielsweise beim Bundesfinanzministerium erfragt werden.

Wohn-Riester einfacher – Änderungen seit dem 1. Juli

Außerdem prüft das Finanzamt bei der Steuererklärung, ob zusätzlich ein Abzug der Beiträge als Sonderausgaben in Betracht kommt. Wichtig zu beachten: Die volle Riester-Förderung gibt es nur, wenn die Immobilie ausschließlich privat genutzt wird, erklärt das Bundesfinanzministerium (BMF-Schreiben IV C 3 – S 2496/08/10011).

Auch Wohn-Riester-Guthaben sind im Alter zu versteuern. Da das Geld jedoch direkt in die Immobilie fließt, richtet der Vertragspartner zu Beginn ein fiktives Wohnförderkonto ein, auf dem Beiträge und Zulagen verbucht und mit jährlich zwei Prozent verzinst werden. Der Sparer entscheidet, ob er die dafür fällige Steuer bis zum 85. Lebensjahr in jährlichen Raten oder auf einen Schlag entrichtet. In letzterem Fall muss er nur 70 Prozent des Guthabens versteuern. Um Wohn-Riester noch etwas einfacher zu gestalten, wurden einige Änderungen beschlossen, die seit dem 1. Juli gelten. Laut den Regelungen des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes dürfen Sparer jetzt jederzeit Kapital aus einem Riester-Vertrag entnehmen, um etwa Sondertilgungen zu leisten. Bislang war dies erst möglich, wenn die Auszahlungsphase erreicht war oder ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang zum Bau oder Kauf der Immobilie bestand.

Durften Sparer bislang nur bis zu 75 Prozent oder die gesamte Summe aus einem Riester-Vertrag entnehmen, ist nun jeder Betrag ab 3000 Euro möglich. Einzige Bedingung: Bei Teilentnahmen müssen mindestens 3000 Euro im Vertrag verbleiben.

Häuser und Wohnungen lassen sich mit Riester-Guthaben jetzt außerdem alters- und behindertengerecht umbauen. Dafür muss der Sparer jedoch mindestens 20 000 Euro entnehmen – in den ersten drei Jahren nach Erwerb mindestens 6000 Euro. Die Hälfte des Geldes muss er in Umbauten investieren, die den Vorgaben für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2) entsprechen, den Rest ebenfalls in die Beseitigung von Barrieren. Beides muss ein Gutachter bestätigen. Möglich ist nun auch die einmalige Besteuerung von siebzig Prozent des Guthabens nicht nur zu Beginn, sondern während der gesamten Auszahlungsphase. Wer Haus oder Wohnung verkauft oder vermietet, hat künftig zudem nicht mehr nur vier, sondern fünf Jahre Zeit, den geförderten Betrag in eine andere Immobilie beziehungsweise in einen anderen Riester-Vertrag zu investieren.

Verbraucherschützer Niels Nauhauser begrüßt vor allem die flexiblere Entnahme von Guthaben. „Verbraucher mit Immobilienschulden können ihr Geld aus den schlecht verzinsten und teuren Verträgen jetzt deutlich einfacher abziehen und in die Schuldentilgung stecken.“ Auch die Förderung des altersgerechten Umbaus sei eine sinnvolle Ergänzung.

Dagegen kritisiert Zinsexperte Max Herbst, dass Guthaben auf Wohnförderkonten weiterhin mit 2 Prozent jährlich verzinst würden. „Hätte der Bundesrat die geplante Senkung auf ein Prozent nicht gekippt, wären Sparer entlastet worden.“ So aber wachse der zu versteuernde Betrag stärker, und die dadurch ebenfalls erhöhte Steuer fresse einen Großteil der Förderung wieder auf. (dpa)


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